PKV Beitragserhöhung 2027: Was Sie jetzt tun können
Kurz gesagt
Zum 1. Januar 2027 steigen die Beiträge für rund jeden zweiten Privatversicherten – im Schnitt um 13,4 Prozent. Bei einer PKV-Beitragserhöhung sollten Sie zuerst Ihren Brief und Ihren Vertrag prüfen. Ein Tarifwechsel bei Ihrer eigenen Versicherung nach §204 VVG kann eine Möglichkeit sein. Ob er den Beitrag senkt und welche Leistungen bleiben, muss einzeln geprüft werden.
Ihre private Krankenversicherung, kurz PKV, wird zum Jahreswechsel teurer? Dann sind zwei Fragen wichtig: Ab wann gilt der neue Beitrag? Und welche Möglichkeiten bietet Ihr eigener Vertrag?
Der Verband der Privaten Krankenversicherung rechnet damit, dass die Beiträge zum 1. Januar 2027 für rund jeden zweiten Privatversicherten steigen – im Schnitt um etwa 13 Prozent. Das sind Zahlen für alle Betroffenen zusammen. Wie stark sich Ihr Beitrag verändert, steht nur in Ihrem Brief.
Wie hoch ist die Beitragserhöhung 2027?
Der PKV-Verband nennt diese Werte:
- Für rund 53 Prozent der Privatversicherten steigen die Beiträge zum 1. Januar 2027. Das ist etwa jeder zweite.
- Für die Betroffenen liegt die Erhöhung im Durchschnitt bei 13,4 Prozent.
- In Tarifen für Beihilfeberechtigte sind es im Schnitt 11,4 Prozent, bei allen anderen Versicherten 15,3 Prozent.
Ein Durchschnitt ist ein Wert, den man aus vielen Einzelwerten ausrechnet. Ihr eigener neuer Beitrag kann also deutlich höher oder niedriger ausfallen. Dazu zwei Hinweise:
- Beihilfeberechtigt sind vor allem Beamte. Sie bekommen einen Teil ihrer Arzt- und Klinikrechnungen von ihrem Arbeitgeber bezahlt. Ihre Versicherung zahlt nur den Rest.
- Einige Versicherer erhöhen erst später im Jahr 2027. Diese Erhöhungen sind in den Zahlen nicht enthalten.
Warum die Beiträge steigen: Die Behandlungskosten im Gesundheitssystem steigen weiter. Für Klinikaufenthalte zahlten die Versicherer 2025 rund 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr, für Arzneimittel rund 8 Prozent und für Arztbehandlungen rund 6 Prozent.
Nicht jeder Tarif darf erhöht werden. Eine Anpassung ist erst erlaubt, wenn die Kosten in einem Tarif deutlich höher liegen als bei der Kalkulation überlegt wurde. Ein unabhängiger Prüfer, der Treuhänder, kontrolliert das vorher.
Schauen Sie auf den alten und den neuen Beitrag in Ihrem Brief. Prüfen Sie auch, ob etwa die Pflegeversicherung extra aufgeführt ist. Warum Beiträge steigen können, erklärt unser Ratgeber zur Beitragserhöhung.
Diese Angaben sollten Sie aus dem Brief notieren
- Den bisherigen Monatsbeitrag und den neuen Monatsbeitrag.
- Den Tag, ab dem Sie mehr zahlen sollen.
- Welche Tarifbausteine betroffen sind.
- Die Begründung der Versicherung und die Hinweise zum Tarifwechsel.
- Wann Ihnen der Brief zugegangen ist. Das kann für Fristen wichtig sein.
Ein Tarifbaustein ist ein Teil Ihrer Versicherung, zum Beispiel die Krankenversicherung oder der Zahnersatz. Bei einer Erhöhung der privaten Krankenvollversicherung muss der Versicherer auf das Tarifwechselrecht hinweisen. Für Versicherte ab 60 gelten zusätzliche Hinweise zu geeigneten gleichartigen Tarifen. Gleichartig bedeutet hier: ähnliche Arten von Versicherungsschutz. Es heißt nicht, dass jede einzelne Leistung gleich ist.
Erst den Tarif prüfen, nicht sofort kündigen
Nach §204 VVG können Sie einen Wechsel in einen anderen gleichartigen Tarif beim selben Versicherer verlangen. Dabei werden Ihre erworbenen Rechte und Ihre Altersrückstellungen angerechnet. Das sind Rücklagen, die für spätere Krankheitskosten aufgebaut wurden.
Für zusätzliche Leistungen kann eine Prüfung Ihrer Gesundheit erforderlich sein. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Gesundheitsprüfung beim Tarifwechsel. Ein günstigerer Tarif kann aber auch weniger leisten oder einen höheren Eigenanteil vorsehen. Ein bestimmter Preisvorteil ist nicht garantiert.
Beitrag zum Jahreswechsel gestiegen? Lassen Sie Ihre Möglichkeiten prüfen
Lassen Sie kostenlos prüfen, ob es bei Ihrem Versicherer einen günstigeren Tarif für Sie gibt. Dauert 2 Minuten. Unverbindlich.
Jetzt kostenlos prüfen lassenSo fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach
Sie können schriftlich um einen Vergleich bitten. Zum Beispiel:
Der Selbstbehalt ist der Betrag, den Sie für bestimmte Behandlungen selbst zahlen. Geben Sie Ihre Vertragsnummer an. Bitten Sie um eine schriftliche Antwort und legen Sie diese neben Ihre aktuellen Bedingungen. Der Ablauf einer Tarifoptimierung zeigt die nächsten Schritte.
Welche Frist gilt bei einer Kündigung?
Erhöht die Versicherung den Beitrag aufgrund einer Anpassungsklausel, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Sonderkündigungsrecht bestehen. Nach §205 Absatz 4 VVG beträgt die Frist zwei Monate nach Zugang der Änderungsmitteilung. Die Kündigung kann zum Zeitpunkt wirksam werden, an dem die Erhöhung gilt. Für die Krankenvollversicherung muss außerdem die nötige Anschlussversicherung nachgewiesen werden.
Das ist kein Grund, schnell die Versicherung zu wechseln. Ein Wechsel zu einer anderen Firma hat andere Folgen als ein interner Tarifwechsel. Lesen Sie den Vergleich beider Wechselarten. Das interne Tarifwechselrecht hängt nicht von dieser zweimonatigen Kündigungsfrist ab.
Was ist der nächste sinnvolle Schritt?
Sammeln Sie den Brief, Ihren Versicherungsschein und Ihre Tarifbedingungen. Dann vergleichen Sie nicht nur den Monatsbeitrag, sondern auch Leistungen und eigene Kosten. Über unsere kostenlose Anfrage zur Tarifprüfung können Sie Ihre Möglichkeiten prüfen lassen. Die Anfrage ist keine Zusage einer Ersparnis und ersetzt keine persönliche Prüfung.
Quellen und Stand
Redaktionell geprüft am 4. November 2026. Maßgeblich bleiben Ihr Vertrag und das konkrete Schreiben. Die genannten Prozentwerte stammen vom Verband der Privaten Krankenversicherung und sind Werte für alle Betroffenen zusammen.
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