Beitragserhöhung in der PKV: Warum sie kommt und was Sie tun können
Kurz gesagt
Private Krankenversicherungen dürfen ihre Beiträge erhöhen, wenn die Kosten für Ärzte und Kliniken stark steigen. Sie müssen das nicht einfach hinnehmen: Mit einem Tarifwechsel nach §204 VVG können Sie den Beitrag oft senken.
Warum steigen die Beiträge?
Ihre Versicherung bezahlt Ihre Arztrechnungen, Medikamente und Krankenhaus-Aufenthalte. Diese Kosten werden jedes Jahr höher. Neue Behandlungen und Geräte sind oft teuer. Außerdem werden die Menschen älter und brauchen länger medizinische Hilfe.
Die Versicherung prüft deshalb jedes Jahr: Reicht das Geld noch? Wenn nicht, darf sie die Beiträge anheben. Das nennt man Beitragsanpassung. Eine genaue Erklärung finden Sie im Lexikon unter Beitragsanpassung.
Darf die Versicherung einfach erhöhen?
Nein, nicht einfach so. Es gibt feste Regeln im Gesetz. Die Versicherung darf nur erhöhen, wenn die Kosten deutlich stärker gestiegen sind als geplant. Ein unabhängiger Prüfer, der sogenannte Treuhänder, muss der Erhöhung zustimmen.
Weil sich die Kosten oft über Jahre aufstauen, kommen Erhöhungen manchmal in großen Sprüngen. Dann steigen die Beiträge auf einmal um 10, 20 oder mehr Prozent.
Was Sie jetzt tun können
Sie haben mehrere Möglichkeiten. Nicht alle sind gleich gut:
- Nichts tun und zahlen. Das ist am einfachsten, aber oft am teuersten.
- Selbstbehalt erhöhen. Der Beitrag sinkt, aber Sie zahlen mehr Rechnungen selbst. Mehr dazu im Lexikon zum Selbstbehalt.
- Leistungen streichen. Kann helfen, aber Vorsicht: Im Alter brauchen Sie guten Schutz.
- Tarif wechseln nach §204 VVG. Oft der beste Weg: ähnliche Leistungen, niedrigerer Beitrag. Alles dazu im Ratgeber §204 VVG.
- Versicherung wechseln. Im Alter meist keine gute Idee, weil Rücklagen verloren gehen.
Sie möchten wissen, welcher Weg für Sie der beste ist? Lassen Sie es kostenlos prüfen.
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Jetzt kostenlos prüfen lassenWas steht im Brief der Versicherung?
Wenn Ihr Beitrag steigt, bekommen Sie einen Brief. Darin steht der neue Beitrag und ab wann er gilt. Ab 60 Jahren muss die Versicherung Sie auch auf andere Tarife hinweisen. Was Sie mit so einem Brief genau machen sollten, erklären wir Schritt für Schritt im Blogartikel Brief mit Beitragserhöhung bekommen – was jetzt?.
Habe ich ein Sonderkündigungsrecht?
Ja. Nach einer Beitragserhöhung dürfen Sie innerhalb von zwei Monaten kündigen. Aber Achtung: Das hilft fast nur jüngeren und gesunden Menschen. Wer älter ist, verliert bei einer Kündigung viel Geld. Lesen Sie dazu mehr im Ratgeber PKV im Alter.
Das Wichtigste in Kürze
- Beitragserhöhungen sind erlaubt, aber an Regeln gebunden.
- Sie müssen die Erhöhung nicht einfach hinnehmen.
- Ein Tarifwechsel nach §204 VVG senkt den Beitrag oft deutlich.
- Eine Kündigung ist im Alter meist teuer.
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